Der Mithra-Tempel von Santa Prisca

Die Kirche von Santa Prisca wurde auf dem Titulus von Aquila und Priscilla / Prisca auf dem Aventinhügel gebaut auf, sie ist seit dem XVII.Jh. in den Händen der Augustiner. In seinem Inneren befindet sich ein Taufbecken (ein umgewandeltes  korinthischen Kapitell), in dem Petrus Aquila und Priscilla /Prisca getauft haben soll.
Battistero S.Prisca

Die Apsis des Mittelschiffs ist mit Fresken von Fontebuoni , einem Maler aus dem Kreis der Zuccari-Brüder , dekoriert worden,  die die Geschichten von Prisca (Taufe, Martyrium und die Überführung ihrer Reliquien von Papst Eutychian) erzählt. Das Altarbild des Pessignano beschreibt die Taufe von Priscilla durch Petrus. Andere Kuriositäten der Kirche sind die Pfeiler, die die antiken Säulen des VIII. umfassen, seitdem die Kirche im XII. Jh. war fast komplett umgebaut wurde. Durch einen Brand im XV. Jh. wurden 3 Arkaden unwiederbringlich beschädigt, so dass die Kirche verkürzt  und sozusagen die Fassade zurückgesetzt wurde. Erst viel später, aufgrund einer Restaurierung der Sakristei, die sich rechts neben  der kleinen Piazza  und der Fassade befindet, wurden Überreste von einem Fresko in der Sakristei in den Bögen entdeckt, Fresken aus dem VIII. Jahrhundert, da diese Bögen das ursprüngliche längere Kirchenschiff darstellen. Tatsächlich kann man  im Inneren der Kirche die Fortsetzung der Sakristeiwand mit den Bögen des Mittelschiffs erkennen.

Mappa S.Prisca

Weiter auf der rechten Seite haben wir einen kleinen Altar der Heiligen Rita, der von der Kirche Santa Rita, die sich unterhalb der Treppe der Aracoeli stammt. Der Altar wurde nach der Demolierung der Kirche Santa Rita mit dem Picco  des Duce an diesen Ort gebracht. (hier ein Link mit einigen Details über die Kirche von St. Rita – aber nur auf italienisch :-))

Einer der Kardinalpriester  der Titelkirche Santa Prisca war  5 Jahre langAngelo Roncalli, bevor er Papst wurde.

Im Jahr 1934 haben die Augustiner Ausgrabungen begonnen, um die Hauskirche (Domus Ecclesiae) der Heiligen Aquila und Prisca unterhalb der heutigen Kirche zu finden. Es wurden stattdessen die Überreste von zwei Domus aus dem  I. und II. Jh. gefunden, die im Laufe der Jahrzehnte viele Änderungen durchführten und im Laufe des dritten Jahrhunderts hat sich in einen Bereich dieser Domus ein Mithräum eingefügt. Diese unterirdischen Strukturen können durch den Garten der Kirche erreicht werden. Der Eingang führt zu einem Raum mit Apsis, ein ursprüngliches Nymphäum, die im Laufe der Jahrhunderte in die Mühle gewandelt wurde, das noch  Becken mit Majolika aufzeigt. .

Mitreo S Prisca corridoio

Durch einen kurzen Flur geht es an riesigen Säulentrommeln  (Ø 90 cm) vorbei, die eine Stützmauer der Oberkirche darstellen. Diese Säulen stammen wahrscheinlich aus dem nahen und antiken Diana-Tempel. Nach weiteren Durchgaängen tritt man in die Krypta des XII.Jh. die vollständig Fontebuoni mit Fresken dekoriert wurde und deren Altar die Reliquien der Märtyrerin Prisca  enthält. Hier befand sich das oben erwähnte Taufbecken.

Rechts hinter dem  Altar steigt man  durch einen schmalen Gang in weitere Bereiche der Domus aus der Kaiserzeit. Sie führt zu der Vorhalle des Mithräum – diese Vestibül wurde  220 u.Z.  aus denselben Räumen des Mithräums geschöpft. Offenbar brauchte man einen Bereich vor dem Tempel, in dem das heilige Bankett gehalten wurde. Es wird angenommen, dass der eingezäunter Bereich rechts neben dem Eingang, der Reste einer Statue aufweist, die vielleicht einen schlangenfüßigen Riesen darstellt, eine FossaSanguiniswar, für den Opferkult von Kleintieren, wobei es sich mit ziemlicher Sicherheit nicht um ein Stieropfer gehandelt hat angesichts der sehr geringen Größe des Vestibüls.

VestiboloDer Tempel selbst, der heiligste Bereich in einem Mithräum, gilt nicht nur in Rom als einzigartig  sondern unter allen entdeckten  Mithräen: sowohl aufgrund der Fresken als auch wegen der Graffiti-Schrift, die im Inneren gefunden wurde. Hier fand das heilige Mahl, das nach einer Tauroktonie stattfand (obwohl hier nur symbolische Opfertümer mit kleineren Tieren stattgefunden haben). Nur die Eingeweihten, (und hinzu auch nur Männer, weil Frauen nicht zugelassen wurden) durften diesen Raum betreten.  Die Mithrasanhänger befinden sich halbliegend auf den Podien halbgelehnt und werden von Anhängern niedrigerer Grade mit Wasser und Brot bedient. Über den Podien befinden sich die Fresken, die dieses Mithräum so besonders machen : Man sieht Darstellungen jedes einzelnen Grades und darüber die schriftliche Bezeichung des Grades und der Planete/schützenden Gottheit. Desweiteren sieht man eiAffresco S.Priscane Prozessione des Leo-Grades, (der vierte Grad) die zum Bankett zwichen Mithras und dem Sonnengott stattfindet. Am Eingang zum Tempelinneren befinden sich 2 Nischen, eine rechts und eine links: es handelt sich um die beiden Facketräger, die unzertrennlichenGefährten der Mithras- Ikonographie. Die Cautes-Skulptur – Darstellung von Luzifer, der Morgenstern , der Ankündigung des Tages, ist noch relativ gut erhalten. 

Ein weiteres Unicum  in diesem Mithräum ist ein Graffito, das ein genaues Datum angibt, d.h. den 20.November 202 der christilichen Zeitrechnung.  Dieses Datum bedeutet natürlich , dass der Tempel zu diesem Datum bereits existierte. „Natus prima luce/duobus Augg(ustis) co(n) s(ulibus)/Severo et Anton(ino)/XII K(alendas) Decem(bres)/dies Saturni/luna XVIII“ NBei Licht geboren, während des Konsulats der beiden Augusti Septimius Severus und Antoninus Caracalla, in der 12. Dezember-Kalende am Jupitertag, und Samstag den 18 nach Neumond, womit der 20.November 202 gemeint ist.  Hierbei gibt es 2 Vermutungen: entweder wurde der Tempel an diesem Tag gegruündet, oder wohl wahrschenlicherNato prima luce, ein Eingeweihter wurde „wiedergeboren“: ein Anhänger wurde eingeweiht und somit wiedergeboren. 

Die Nische am Ende stellt in den meisten Mithräen den Kern des Kultes, d.h. die Tauroktonie; in diesem Mithräum hingegen wird der Moment kurz vor der Tauroktonie dargestellt: der Gott Mithra schleppt den primoridalen Stier in die Grotte, in Begleitung vom Hund (der das Tiersymbol des Leo Grades ist) um danach die Opferzeremonie durchzuführen, die Tötung des Stiers. Diese Tauroktonie wurde vielleicht im Bogen dargestellt, ist aber aufgrund des schlechten Zustandes der Dekoration nicht mehr lesbar.

Die weiteren drei Räume die zum Mithräum gehören, enstanden aus dem Quadriportikus der einen Domus, und sind der Einweihungssaal, der Reinigungssaal, dieser hat noch Reste einer Dekoration, aus der die Archäologen lesen konnten, dass sie aus 7 Kreisen bestand, die die 7 Pianeten bedeuten sollen, und in der Mitte der Kopf des Sonnengottes mit den 12 Sternzeichen in Stuck. Der letzte raum ist ein Apparatorium, ein Saal der zum Einkleiden diente und zur Aufbewahrung der liturgischen Gegenstände.

Im vierten Jh. mit dem Christentum welches seine Religion behauptet (wahrscheinlich als die erste Kirche von S.Prisca gegruündet wurde) wurde das Mithräum mit Gewalt zerstört. Nichtsdestotrotz sind diese wunderschönen Reste hinterblieben, um die Spuren dieser Geheimsekte nachzuvollziehen.

Nicchia Mitreo S.Prisca

In Depth: The Mithras Cult 

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